Ursachen einer Alkoholsucht

 

 

Stress an der Arbeit, ein liebloser Partner oder Minderwertigkeitsgefühle – die Gründe für eine Alkoholabhängigkeit sind individuell und die Suchtbiografien der Betroffenen meist völlig unterschiedlich.

 

Obwohl jeder seine eigene Krankheitsgeschichte mit sich bringt, lassen sich dennoch einige Gemeinsamkeiten erkennen, die eine Alkoholsucht begünstigen können.

 

Für einen Alkoholkranken, der seinen Alkoholkonsum wieder in den Griff bekommen möchte, ist die Erkenntnis und Behandlung dieser Auslöser äußerst wichtig.

 

 

Auf welchen Ebenen sind die Ursachen für eine Alkoholsucht zu suchen?

In den meisten Fällen treffen bei einer Alkoholabhängigkeit mehrere Risikofaktoren aufeinander. Letztlich gibt es die Konstellation, dass sich eine Alkoholkrankheit allein auf einen einzigen Grund zurückführen lässt, gar nicht.

 

Gerade weil die Krankheit schleichend verläuft und von den Betroffenen insbesondere zu Beginn sehr oft verheimlicht wird, fällt es ohne professionelle Hilfe oft schwer, die eigentlichen Ursachen der Alkoholabhängigkeit auszumachen.

 

So spielen soziale Faktoren für einen gesteigerten Alkoholkonsum ebenso eine Rolle wie genetische Veranlagungen.

Überdies können die eigene Persönlichkeit sowie die individuelle Vorbelastung durch psychische Erkrankungen maßgebliche Einflussfaktoren sein.

Meist bedingen oder verstärken sich die verschiedenen Alkoholsucht-Ursachen auch gegenseitig.

Zur Erreichung der Abstinenz, welche die einzige Grundlage für das Wiedererlangen einer Gesundung ist, bedarf es einer ganzheitlichen und individuell ausgerichteten Alkoholtherapie.

 

Welche biologischen Alkoholsucht-Ursachen gibt es?

 

Eine genetische Disposition muss nicht zwangsläufig zu einer Alkoholkrankheit führen.

Es zeigt sich allerdings, dass Betroffene mit einer bestimmten erblich bedingten Veranlagung statistisch häufiger alkoholsüchtig werden als Menschen, bei denen diese Erbanlage nicht vorliegt.

Eine weitere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Fähigkeit Alkohol zu vertragen und Alkohol abzubauen.

Schließlich werden Menschen, die sich bereits bei kleinsten Trinkmengen betrunken und unwohl fühlen, frühzeitiger auf alkoholfreie Getränke umsteigen als Konsumenten, die größere Mengen vertragen und gelegentlich sogar ihr “Limit” überschreiten.

 

Grundsätzlich gilt, je mehr Alkohol getrunken wird, desto größer ist das Gewöhnungsrisiko und die Gefahr einer Alkoholabhängigkeit.

 

Auch die Art und Weise, wie Alkohol die Stimmung beeinflusst und für scheinbar gute Laune sorgt, kann mit dem Erbgut weitergegeben werden. 

Und eine Ursache sein, weshalb die Kinder von Alkoholikern stärker Gefahr laufen eine Alkoholkrankheit zu entwickeln.

 

 

Inwiefern liefert die eigene Persönlichkeit Gründe für eine Alkoholsucht?

 

 

Druck und Stress im Alltag können belasten und buchstäblich an die Substanz gehen.

In Abhängigkeit von der eigenen Persönlichkeit entwickeln daher die meisten Menschen individuelle Strategien, um mit den Belastungen fertig zu werden.

 

Während eine Person A Sport treibt, sich mit Freunden trifft oder vielleicht ein gutes Buch liest, um abschalten zu können, greift Person B zum Alkohol, um sich zu betäuben.

Wer dauerhaft einen hohen Alkoholkonsum betreibt und immer größere Mengen braucht, wählt diesen Weg häufig, weil er sich nicht anders zu helfen weiß.

Obwohl es keinen eindeutig zu identifizierenden Suchtcharakter gibt, lassen sich doch gewisse Tendenzen feststellen.

Personen, die zu Wutausbrüchen neigen, sich sozial nur schwer ein- und unterordnen können oder aggressive Neigungen vorweisen, können unter Umständen ein höheres Risiko für die Ausbildung einer Suchterkrankung in sich tragen.

 

Das Gleiche gilt für Menschen, die Schwierigkeiten haben ihre Gefühle zu zeigen und zu benennen.

 

 

Inwiefern spielen psychische Erkrankungen als Alkoholsucht-Ursachen eine Rolle?

 

Die Wirkung der eigenen psychischen Verfassung ist nicht zu unterschätzen, wenn es um die Ausbildung einer Suchterkrankung geht.

Eine Person, die psychisch stabil und im sozialen Umfeld gut eingebunden ist, zeigt weitaus seltener die Symptome eines missbräuchlichen Alkoholkonsums, als jemand, der psychisch belastet ist.

Viele Menschen, die unter Depressionen, Ängsten oder Phobien leiden, versuchen die damit einhergehenden negativen Gefühle mithilfe alkoholischer Getränke zu lindern.

Schließlich aktiviert der Alkohol das Belohnungssystem des Körpers und ruft dadurch zumindest eine kurzzeitige Besserung hervor.

 

 

Welche sozialen Faktoren können zu Alkoholsucht-Ursachen werden?

 

Um nach den Ursachen einer Alkoholabhängigkeit zu forschen, muss das soziale Umfeld der betroffenen Personen unbedingt berücksichtigt werden.

Bereits der erste Konsum alkoholischer Getränke wird meist durch die soziale Umgebung geprägt.

Jugendliche, die viel Alkohol trinken, sind häufig in Cliquen unterwegs, in denen alle Gleichaltrigen einen hohen Alkoholkonsum pflegen.

Man versucht mitzuhalten und als “cool” zu gelten.

Der sogenannte Gruppendruck ist jedoch nicht nur bei Jugendlichen relevant, sondern kann sich bis ins Erwachsenenalter hinein fortführen.

Wer sich oft mit Menschen umgibt, die trinken, erhöht das eigene Risiko, selbst größere Mengen zu konsumieren.

 

 

In einem moderat konsumierenden Umfeld wiederum steigt die Hemmschwelle sich zu betrinken, wodurch die Wahrscheinlichkeit für einen Alkoholmissbrauch sinkt.

Ähnlich verhält es sich mit der Familie. Kinder lernen von ihren Eltern – das gilt für positive Verhaltensweisen ebenso wie für negative.

Wenn Kinder in einem familiären Umfeld aufwachsen, in dem immer wieder Alkohol in großen Mengen konsumiert wird, übernehmen sie dieses Verhalten im Laufe ihres Lebens oft selbst.

Dementsprechend ist für Kinder von Alkoholkranken die Gefahr, selbst an Alkoholismus zu erkranken, zumindest erhöht.

 

 

Diagnose und Behandlung: Der Ausweg aus der Alkoholabhängigkeit

 

Alkoholismus hat viele Gesichter.

So kann der stressgeplagte Manager mit fünfstelligem Monatsgehalt genauso einer Alkoholsucht erliegen wie der Arbeitslose, der von Selbstzweifeln und Existenzsorgen heimgesucht wird.

Die Symptome, die mit der Erkrankung einhergehen, sind jedoch bei allen Betroffenen dieselben.

Sie verspüren ein unbezwingbar starkes Verlangen nach Alkohol (Craving) und haben ihr Trinkverhalten gar nicht mehr unter Kontrolle.

Die Aufmerksamkeit konzentriert sich mehr und mehr auf die Beschaffung und den Konsum von Alkohol.

Gesundheitliche Probleme und körperliche Beschwerden werden ignoriert und langfristig droht mit dem stetig steigenden Konsum auch der soziale Abstieg.

 

 

Je eher Betroffene die Diagnose Alkoholismus akzeptieren und je früher die Behandlung beginnt, umso schneller können körperliche und psychische Auswirkungen verhindert oder wenigstens gelindert werden.

Die Chancen für ein alkoholfreies Leben stehen allerdings nur dann gut, wenn die Patienten eine Alkoholtherapie freiwillig und aus eigener Motivation angehen.

 

 

Wird eine Alkoholkrankheit diagnostiziert, kann den betroffenen Personen in der Regel nur ein qualifizierter Alkoholentzug helfen, d. h. eine Entgiftung und Entwöhnung im Rahmen einer stationären Therapie.

Hier wird den Alkoholabhängigen unter engmaschiger Kontrolle der Vitalfunktionen konsequent der Alkohol entzogen und die Entzugssymptome medikamentös gelindert.

 

Die psychische Abhängigkeit wird meist durch eine kognitive Verhaltenstherapie behandelt, in der die Alkoholismus-Ursachen eruiert und aufgearbeitet und durch angemessenere Strategien ersetzt werden.

 

Auf Wunsch des Patienten werden auch Familienangehörige in die Therapie eingebunden.

Abschließend wird der Alkoholkranke durch eine umfassende Rückfallprävention auf einen abstinenten Alltag vorbereitet und erhält tragfähige Nachsorge-Empfehlungen.

 

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